Der Wanderer

Heil, Wanderer!

Willkommen!

Tritt näher, setzt dich ans Feuer. Teilen wir unser Mahl zu dieser späten Stunde. Erzähl`s mir, was gibt es Neues im Land Der Einsamkeit? Wo führen dich die Wege hin? Welche Geister siehst du am Straßenrand in deinen Wanderungen, unter dem kalten Sternenlicht? Was flüstern sie? Wo locken sie dich hin, wenn der Vollmond sein totes, unwirkliches Licht auf die Welt wirft?

Zwielicht, Zwielicht… und die Wege zweigen sich schier unendlich und verlieren sich im dichten Nebel. Nichts ist klar, nichts scheint real oder vertraut zu sein und nur die Spuren im Sand erkennst du – wie denn auch nicht, wo es doch die eigenen sind? Das Leben selbst hat sich wieder mal einen grausamen Scherz erlaubt und dich im Kreis geführt.

All deine Freude, Glück und Liebe sind nur geliehen und hoch verzinst.

Natürlich wird es dir wieder genommen.

Aber selbst dafür wirst du teuer bezahlen.

Was am Ende bleibt – ist nur die graue Gleichgültigkeit.

Juli 2009